
KIRCHENDÄCHER
WARUM?
Eine fest gebaute Kirche mit einem soliden Wellblechdach hält auch den enormen Wassermassen eines tropischen Regens stand. Aktivitäten zum Wohl der Ortschaft und der Gläubigen können so ungestört und im Trockenen durchgeführt werden.
Wenn Kirchgemeinden gegründet werden, versammeln sich die Gläubigen in einer provisorischen «Kirche», die meist aus Palmzweigen erbaut wird. Mit zunehmender Mitgliederzahl kann sich die Gemeinde ein Kirchengebäude aus Lehmsteinen leisten, welches mit Stroh gedeckt wird. Jedoch halten diese Bauten meist nicht über 10 Jahre und gleichzeitig kommen neue Mitglieder dazu, so dass bald einmal eine weiteres, grösseres Kirchengebäude gebaut wird - möglichst mit Zement gemauert und mit Wellblech gedeckt. Wellblech ist aber teuer und besonders in den weit entfernten Gegenden rar. Die Wellblechkosten übersteigen meist das Budget der Kirchgemeinde.
Nach bestimmten Bedingungen und Richtlinien kommen Kirchen in dieser Entwicklungsphase auf eine Liste von Begünstigten. Via das Projekt «Kirchendächer», welches durch ICL finanziert wird, erhalten die Kirchgemeinden auf dieser Liste das Wellblech für das Kirchendach gespendet. Wobei die Kirchgemeinde den gesamten Bau, inkl. Dachstock selber erstellt haben muss, bevor das Wellblech dazu kommt.
Im Juli 2025 wurden durch PRODEL 12 Sets nach Bambari und Elim geliefert. Ein Set enthält 108 Wellbleche, 12 Giebelbleche, 10 Karton mit diversen Nägeln. Mit Handwagen und auf dem Kopf tragend, holten die Gläubigen die Wellbleche und Nägel ab. Auf diese Weise wird das Material über holprige Wege zum Zielort verschoben, zum Teil über 100km weit. In der Provinz ist Wellblech schwer zu erhalten und enorm teuer. Wenn eine Kirchgemeinde für das Projekt Kirchendach ausgewählt wurde, unternehmen die Gläubigen sehr gerne und mit viele Freude diesen Kraftakt, um das Wellblech zur Kirche zu transportieren.
EIN BEISPIEL: ELIM-KIRCHE PJANGO
Im Jahr 2018 tobte in und um Bria mehrere Jahre ein heftiger Krieg unter verfeindeten Rebellengruppen. Das löste unsägliches Leid aus mit Tausenden von Vertriebenen, Toten und enormer Zerstörung. Leider waren auch Elimkirchen in der Region Bria von den Folgen des Kriegs betroffen
Pjango ist ein Stadteil von Bria. Kurz vor dem Kriegsausbruch brannten die Gläubigen Lehmziegel, brachten Sand, Kies und grosse Steine fürs Fundament zusammen und begannen das Fundament für die neue Kirche zu erstellen. Das Quartier wurde vom Krieg überrollt und die Menschen flohen. Das verbleibende Material wurde gestohlen und für den Bau von Rebellenhäusern verwendet.
Die Regionsleitung hat sich entschieden nach Beruhigung der Lage wieder einen Pastor in dieses Quartier zu senden. Pastor Desirée und die Gläubigen konnten den Bau der Kirche weiterführen. So wurden zum zweiten Mal Ziegel gebrannt, Baumaterial gesammelt und Eisen und Zement gekauft. Ein grosser Aufwand im Wissen, dass alle Gemeindeglieder ebenfalls ihre Existenz im Quartier neu aufbauen mussten.
Diese Kirche erhielt im Juli 2025 das Bedachungsmaterial via PRODEL.
Der Pastor, der Vorstand und die Gläubigen danken herzlich für die grosszügige Spende.
